Der Kirtabaum und das Pfarrfest gehören zur Feier der Dreifaltigkeit

Die Ortsvereine stellen den Kirtabaum auf
Die Ortsvereine stellen den Kirtabaum auf

Kirtabaum und Patrozinium, verbunden mit einem zweitägigen Pfarrfest, haben einen festen Platz im Dorf. Mit dem Aufstellen des Kirtabaumes beginnt in Grafenwiesen das Patrozinium. Der Heimat- und Volkstrachtenverein „Regentaler“ hatte auch in diesem Jahr dafür verantwortlich gezeichnet. Nun ragt ein 27 Meter hoher, geschmückter Baum über die Dächer von Grafenwiesen. Bereits am frühen Samstagmorgen putzten ihn Mitglieder des Trachtenvereins noch fein heraus. Um 16 Uhr bewegte sich dann ein langer Zug mit dem Baum vom Bahnhof aus in Richtung Dorfplatz, angeführt vom Spielmannszug der Feuerwehr. Zunächst wurde der Hüne noch mit Girlanden versehen. Nicht fehlen durften das Gemeindeemblem und die Wappen der einzelnen Vereine. Am Gipfel thronte die von Martin Heigl gespendete Tanne. Unter dem Kommando von Sepp Wittmann und den anfeuernden Hau-Ruck-Zurufen der anwesenden Schaulustigen kam der lange Baum-Riese schon bald in die richtige Stellung. Weit hin hörbarer Applaus in alle Richtungen dankte den Akteuren. Die Kindergruppe der „Regentaler“ erfreute anschließend Einheimische und Gäste mit Tänzen wie „Mädel mit dem roten Rock“, „Hans bleib do“ und einer Polka. Dafür konnten sie anhaltenden Beifall verbuchen.

Anschließend kam das Kommando: Aufstellen zum Zug ins Gemeinschaftshaus am Kurpark. Hier nahm das zweitägige Pfarrfest seinen Anfang. Herrliches Wetter war an beiden Tagen den Veranstaltern beschieden. Während sich am Samstag vordergründig die Mitglieder aller Vereine eine Maß Kühlen Helles munden ließen, strömten am Sonntag hauptsächlich die Familien herbei und stillten ihren Mittags-Hunger mit köstlich zubereiten Mahlzeiten: Schnitzel und Braten von Toni Bachmeier und würzigen Salaten vom Buchbergerhof. Bei den Hausfrauen blieb zuhause die Küche kalt. Und wie es im Volksmund heißt, erst die Mess, dann die Mass!, so begann auch in Grafenwiesen der Sonntag, dem Hochfest der heiligsten Dreifaltigkeit mit einem Festgottesdienst. Viele Gläubige folgten dem Ruf der Glocken und versammelten sich schon in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit, während ein langer Zug mit den Mitgliedern der Ortsvereine von Freiwilliger Feuerwehr Grafenwiesen und Voggendorf,  der Krieger- und Reservisten-Kameradschaft, des Heimat- und Volkstrachtenvereins „Regentaler“, des Schnupferclubs „Guat Pris“, sowie den Vertretern der politischen Gemeinde, voran Bürgermeister Josef Dachs, den beiden Stellvertretern Norbert Greisinger und Josef Häring und Gemeinderäten zum Gotteshaus marschierte. Pfarrer Karl-Heinz Seidl zelebrierte den Gottesdienst mit Gedenken aller verstorbenen Wohltäter der Pfarrgemeinde. Nach der Begrüßung der Gläubigen ging der Priester in seiner Ansprache auf den Sinn des „Kreuzzeichens – Zeichen der Dreifaltigkeit – näher ein. „Es ist dies die kürzeste Zusammenfassung unseres Glaubens“. So beten wir: Ich glaube an Gott, den Sohn Jesus Christus und an den Heiligen Geist, der in uns wirkt und uns immer wieder hintreibt zu Gott. Einem Gott in drei Personen, die Dreifaltigkeit und ungeteilte Einigkeit. Wie Pfarrer Seidl meinte, gelte die Dreieinigkeit Gottes als schwierig, die man eigentlich nicht zu vermitteln vermag. Anhand von Beispielen gab er einige Erläuterungen dazu. Doch gebe es Zeichen der Dreifaltigkeit, die sich durch unser Leben ziehen. Und weiter: Kein anderes Bild der Dreifaltigkeit sei uns so vertraut wie das Kreuzzeichen, das auch ein Schutzzeichen darstellt: „Wer es macht, stellt sich unter den Schutz des Dreifaltigen Gottes“, so Pfarrer Seidl. Der festliche Gottesdienst wurde gesanglich vom Kirchenchor mitgestaltet.

Im Anschluss stellten sich alle Kirchenbesucher auf und zogen gemeinsam zum Gemeinschaftshaus im Kurpark, wo sich die gesellschaftliche Feier fortsetzte. Pfarrgemeinderatssprecher Heinz Pletl begrüßte alle Gäste, insbesondere die beiden Pfarrherren Dr. Peter Chettaniyil und Pfarrer Karl-Heinz Seidl; letzterem dankte er für das Zelebrieren der feierlichen Heiligen Messe. Ebenso richtete er ein Dankeschön an alle Vereine, insbesondere für die Teilnahme am Kirchenzug und beim Aufstellen des Kirtabaumes. Er entbot Bürgermeister Josef Dachs, seinen beiden Stellvertretern und Altbürgermeister Josef Ritzenberger ebenfalls ein herzliches Grüß Gott. Er drückte seine Freude darüber aus, dass zum einen so viele Gäste gemeinsam das Patrozinium feiern und vor allem, dass sich bei solchen Anlässen und Veranstaltungen im Ort zeige, dass hier ein großer Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist herrscht. Allen Helfern sei an dieser Stelle herzlich Vergelt‘s Gott gesagt.

Im Gemeinschaftshaus hatte der Pfarrgemeinderat alle Hände voll zu tun, Einheimische und Urlaubsgäste an beiden Festtagen mit kulinarischen Köstlichkeiten von Anton Bachmeier und Angelika Stoiber zu versorgen. Die Ministranten und Firmlinge boten zudem den Gästen Selbstgebackenes und Kaffee an. Auch Käse und Würstl vom Grill fanden dabei reißend Absatz. Der Erlös aus dem Pfarrfest kommt der Katholischen Kirchenstiftung zur Finanzierung notwendiger Projekte zugute. (khp)

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