Grafenwiesen erinnert sich an einen großen Seelsorger der Pfarrei


Vor fünf Jahren verstarb BGR Pfarrer Karl Schmid

In diesem Jahr könnte Bischöflich Geistlicher Rat Pfarrer Karl Schmid seinen 85. Geburtstag feiern. Nach einem 40-jährigen segensreichen Wirken in Grafenwiesen verstarb er in seiner Heimatstadt Waldsassen am 8. Juli 2012. Zu Grafenwiesen pflegte er bis zu seinem Tod ein freundschaftliches Verhältnis.

Der gebürtige Waldsassener empfing im Juni 1960 im Hohen Dom zu Regensburg die Priesterweihe. 1966 – nach sechs Jahren Kaplanzeit in Weiden – wurde ihm die Seelsorge in Grafenwiesen übertragen. Mit großem Einsatz, voll Güte und Bescheidenheit, und dem erforderlichen Durchsetzungsvermögen sorgte er sich um seine ihm anvertrauten Schäflein in Grafenwiesen. Zunächst führte ihm seine Mutter – im Dorf liebevoll die „Pfarrer-Mutter“ genannt – den Haushalt; später übernahm Cousine Rita Frank diese Aufgabe. Pfarrer Schmid war stets mit allen Pfarrangehörigen vertrauensvoll verbunden. So zitierte Bürgermeister Josef Dachs zu Recht in seinem Nachruf: „Wir haben einen außergewöhnlichen Menschen, der sein Leben ganz in den Dienst der Heiligen Kirche gestellt hat und für uns über vierzig Jahre ein guter Seelsorger und Begleiter war, verloren“. Auf seine Initiative, verbunden mit unermüdlichem Einsatz, konnte die Erweiterung des Friedhofs sowie die Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche vorgenommen werden. In Anerkennung der besonderen Verdienste und der hohen Wertschätzung verlieh ihm die Gemeinde Grafenwiesen 2002 die Bürgermedaille; 2006 wurde er zum Ehrenbürger ernannt.

Leidenschaftlich gerne frönte Pfarrer Schmid dem Sport. Am frühen Morgen suchte er im Sommer das Schwimmbad auf, radelte oder joggte, erzählte überall voll Stolz von seinem guten Kirchenchor. Unvergessen bleibt er in den Reihen des Katholischen Frauenbundes; hier war er stets mit guter Laune bei der Faschingsgaudi und schlüpfte in so manches närrische Kostüm. Zusammen mit dem ebenfalls humorigen „Frisch Gang“ bildete er ein unvergessliches Team, das immer zu Späßen aufgelegt war. Stets umgab den Pfarrherrn eine begeisterte Ministrantenschar, mit der er gerne Ausflüge unternahmen. Die Minis dankten ihm mit einem pflichtbewussten Altardienst.

Auch im Ruhestand, den er in seiner Heimat Waldsassen verbrachte, zeigte sich die große Verbundenheit der Grafenwiesener Pfarrangehörigen zu ihrem ehemaligen Seelsorger, indem ihm viele Grafenwiesener die Aufwartung machten. So ist es auch verständlich, dass zu seinem 75. Geburtstag sogar zwei vollbesetzte Busse aus seinem früheren Wirkungskreis anrollten; mit dabei der Spielmannszug, der ihm ein Geburtstagsständchen darbrachte. Auch im Jahr 2012, zu seinem 80. Geburtstag, reiste eine Abordnung der Pfarrei und der Gemeinde nach Waldsassen. Leider war er zu diesem Zeitpunkt aber schon von einer schweren Krankheit gezeichnet. Am 8. Juli 2012 verstarb der gute Hirte im Herrn. In seiner Traueransprache in der Basilika von Waldsassen schilderte Stadtpfarrer Thomas Vogl das Leben und Wirken des in Grafenwiesen unvergessenen BGR Karl Schmid wie folgt: „Treue, Güte und Bescheidenheit, das hat Karl Schmid ausgemacht und damit hat er seinen Dienst als Priester zum Zeugnis für den werden lassen, der ihn in seine Nachfolge gerufen hat, für Jesus Christus“. (khp)

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