Grafenwiesen feiert die Heilige Dreifaltigkeit mit Pfarrfest und Kirtabaum-Aufstellen

Vereine stellen Kirtabaum auf
Vereine stellen Kirtabaum auf

„Die Kirche soll aus lebendigen Steinen erbaut sein“

Schon seit vielen Jahren feiert Grafenwiesen sein Patrozinium am ersten Sonntag nach Pfingsten und verbindet damit ein zweitägiges Pfarrfest. Fest verankert ist darin auch das Aufstellen des Kirtabaumes. Mit dem herausgeputzten Baum zogen die Ortsvereine am frühen Samstagnachmittag vom Bahnhof zur Dorfmitte. Den Zug führte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr an. Den Transport übernahm in diesem Jahr Franz Brandl mit seinem Pferdegespann. Versehen mit Girlanden, Gemeindeemblem und den Wappen der einzelnen Dorfvereine wartete der lange Hüne darauf, den richtigen Stand zu erhalten. An seinem Gipfel thronte die von Franz Amesberger gespendete Baumspitze. Unter dem Kommando von Roland Sußbauer – er hatte die Federführung für die Aufstellung des Baumes von der Freiwilligen Feuerwehr übernommen – so wie den anfeuernden Zurufen der Schaulustigen und einem letzten Hau-Ruck kam der lange Baum-Riese sehr bald in die richtige Stellung. Mit anhaltendem Applaus wurden die Akteure belohnt. Nun schaut der rund 27 Meter hohe Riese stolz über die Dächer von Grafenwiesen. Die Kindergruppe des Heimat- und Volkstrachtenvereins „Regentaler“ unterhielt abschließend Einheimische und Gäste mit einstudierten Tänzen um den Kirtabaum. Danach nahm das zweitägige Pfarrfest im Kurpark seinen Anfang. Bei herrlichem Wetter ließen sich am Samstagabend die Vereine eine kühle Maß Bier munden. Dagegen strömten am Sonntag die Familien herbei und stillten ihren Mittags-Hunger mit Schnitzel und Braten in gewohnter Weise von Toni Bachmeier sowie Knödel und Kraut und würzigen Salaten vom Buchberger Hof.

Den Höhepunkt bildete die feierliche Messe in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit. Pfarrer Peter freute sich ,,am Geburtstag der Kirche die Heilige Messe feiern zu können“ und erklärte ,,dass Kirchweih bedeute, Gemeinschaft im Glauben zu feiern“. Heute gilt allen Dank, die für die Kirche in Grafenwiesen gearbeitet haben und noch arbeiten. Die Freude über die schöne Kirche ist groß, weil wir hier Gott nahe sein können. Gott wohnt in unserer Mitte, wenn er in unserem Hause ist. Wenn er hier seine Anwesenheit zeigt und mit uns in ständiger Verbundenheit bleibt wie ein Vater und eine Mutter; dann ist dieses Haus das Gotteshaus. Der Pfarrer weiter: Es ist ein Haus, das Gott sich aus lebendigen Steinen erbaut hat und ein tiefes Verhältnis dazu hat. Die Kirche ist ein Ort des persönlichen Lebens und Glaubensgeschichte. Die Kirche ist viel mehr als ein Haus. Es ist ein Gotteshaus, wo man Segen erfahren kann. Die Kirche ist auch dazu da, Menschen in schwierigen Lebensbereichen einen Platz zu bieten. Sie soll aus lebendigen Steinen erbaut sein. Und wird lebendig blieben, wenn wir bereit sind, uns als lebende Steine einzubringen. Wir sind gemeinsam Kirche, wir sind Gottes Bau. Das Leben Jesu, Tod und Auferstehung stehen im Mittelpunkt. Die Kirche ist der Heilige Ort, wo man Versöhnung erfährt, Kraft und Trost findet. Heute ist das Dreifaltigkeitsfest, das ist eine Beziehung zum Vater, Sohn und Heiligen Geist. Wir gehören durch die Taufe zu der Gemeinschaft. Kirchweih ist ein Beziehungsfest.

Mit einer Meditation aus dem Psalm 84, vorgetragen vom Diakon, endete die großartige Messfeier. Darin heißt es unter anderem:  Wie liebenswert ist deine Wohnung du Herr der Heerscharen. Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach den Höfen des Herrn. Mein Herz und mein Fleisch sie jubeln dem lebendigen Gott entgegen. Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler.

Nach dem Festgottesdienst am Sonntag zogen die Ortsvereine Freiwillige Feuerwehr Grafenwiesen und Voggendorf, der Heimat- und Volkstrachtenverein „Regentaler“, der Schnupferclub „Guat Pris“, Bürgermeister Jose Dachs, seine Stellvertreter Norbert Greisinger und Sepp Häring jun., Altbürgermeister Josef Ritzenberger sowie Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil und Diakon Thomas Bauer ins Gemeinschaftshaus am Kurpark. Dort setzte sich die gesellschaftliche Feier fort. Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Bauer begrüßte die Gäste, insbesondere Pfarrer Peter und Diakon Bauer für das Zelebrieren der Heiligen Messe, richtete ein Dankeschön an alle Vereine, insbesondere für die Teilnahme am Kirchenzug und beim Aufstellen des Kirtabaumes. Den Honoratioren entbot er wie bereits am Samstag ein herzliches Grüß Gott und drückte seine Freude aus, dass so viele Gäste zur Feier des Patroziniums gekommen sind. (hwp)

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