Grafenwiesen sagt Pfarrer Seidl »Danke«

Pfarrer Seidl beim letzten Gottesdienst
Pfarrer Seidl beim letzten Gottesdienst

Grafenwiesen nahm Abschied von Prodekan und Pfarrer Karl-Heinz Seidl. 12 Jahre stand der Priester der Pfarreiengemeinschaft Grafenwiesen-Rimbach-Zenching vor. Am Sonntag feierte er in Zelebration mit Pfarrer Peter in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit seinen Abschiedsgottesdienst, ehe er am 1. September in Furth im Wald seinen neuen Dienst antritt. Ministranten aus Grafenwiesen und Rimbach begleiteten den Pfarrer beim Einzug in die Kirche. Der Kirchenchor Grafenwiesen mit Leiter Roland Häring gestaltete den feierlichen Gottesdienst gesanglich und musikalisch.

In seiner Predigt wandte sich der Geistliche an die Gottesmutter Maria, die ihn bei seinem „Sprung“ in eine neue Zeit begleiten soll. Dabei erinnerte er daran wie es ist, aus großer Höhe ins Wasser zu springen, wenn nur noch die Tiefe da ist und die Luft. Bleiben noch kleine Zweifel, wird alles gut gehen? Jetzt kann ich nichts mehr ändern. Unser Leben bestehe aus Sprüngen, so der Priester. Auch sein Wechsel in eine neue Pfarrstelle bedeute einen Sprung ins Ungewisse. Seine Worte abschließend: „Gott fängt uns auf“ und wünschte allen aufs Neue diese Erfahrung.

Am Ende der Heiligen Messfeier dankte Bürgermeister Josef Dachs für die gute Zusammenarbeit und das offene Ohr, das Pfarrer Seidl stets für alle hatte. Er fuhr fort: „Auch ich als Vertreter der weltlichen Gemeinde möchte Ihnen, dem Vertreter der christlichen Gemeinde, für die langjährige gute und vor allem freundschaftliche Zusammenarbeit herzlich Vergelt’s Gott sagen. Ich habe mich damals gefreut, als sie als Pfarrer zu uns kamen und bin dankbar für die gemeinsame Zeit. Dabei denke ich auch an die Ausflüge, an denen ich teilnehmen durfte. Die Radtour auf den Spuren von Papst Benedikt von Altötting über Marktl, Waging am See, Traunstein und Chiemsee wie auch die Pilgerwanderung in Assisi werden mir unvergesslich bleiben. Sie haben auch ihre Begeisterung für Italien an viele Grafenwiesener weiter gegeben. Sie hatten stets ein offenes Ohr für die Belange der Gemeinde, der Vereine, unserer Dorfgemeinschaft und aller Bürgerinnen und Bürger. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin haben sich die Vereine, Dorfgemeinschaft und Gemeinde verständigt und werden Ihre beiden Hilfsprojekte unterstützen. Ich darf ihnen im Anschluss im Pfarrheim im Namen und Auftrag der Dorfgemeinschaft Grafenwiesen eine kleine Spende zu Ihrer Verabschiedung überreichen. Ich möchte mich für Ihr segensreiches Wirken in und für unsere Gemeinde herzlich bedanken und wünsche Ihnen  alles Gute, Gottes Segen, viel Glück und Erfolg als Stadtpfarrer von Furth im Wald und freue mich auf die eine oder andere Begegnung, die wir mit Sicherheit auch weiterhin haben werden“.

Kirchenpfleger Johann Meindl schloss sich dem Dank von Josef Dachs an und sagte: „Trotz Ihres Wohnsitzes in Rimbach war es Ihr Verlangen, so oft wie möglich bei uns in Grafenwiesen zu sein. Als Kirchenpfleger möchte ich meinen persönlichen Dank für die gute Zusammenarbeit in der Kirchenverwaltung aussprechen. Sie waren immer bereit, mit uns anfallende Bauvorhaben, notwendige Reparaturen und Anschaffungen für unsere Kirche, den Friedhof und den dazugehörigen Gebäuden in Angriff zu nehmen und auch durchzuführen. Herr Pfarrer, auf dem künftigen Weg wünsche ich Ihnen viel Erfolg, die dazu notwendige Energie und Gesundheit, Vergelt’s Gott“.

Im Namen des Pfarrgemeinderates und der Pfarrangehörigen sagte Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Bauer herzlich Vergelt’s Gott für 12 Jahre segensreichen Wirkens, Sie waren für uns ein Mann, der auf Ausgleich und Harmonie bedacht war. In Ihrem priesterlichen Wirken lagen Ihnen die Menschen aller Altersgruppen und in den unterschiedlichsten Lebenslagen am Herzen. Die Ministranten fanden in Ihnen einen weltoffenen Begleiter auf vielen Fahrten und Unternehmungen. Sie sollten wissen, dass man in Grafenwiesen in Dankbarkeit auf die letzten zwölf Jahre zurückblickt und Sie immer in guter Erinnerung behalten wird. Auch wenn Sie den Wunsch geäußert haben, kein dingliches Geschenk zu wollen, möchten wir Ihrer Arbeit Anerkennung zollen. Daher haben sich Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und Männerkongregation und Frauenbund zusammengetan und werden Ihnen eine Spende für zwei Projekte überreichen, die Ihnen stets am Herzen lagen. Für Ihre neue Wirkungsstätte in Furth im Wald wünschen wir Ihnen viel Kraft, Ausdauer, Erfolg und vor allem Gottes Segen.

Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrheim hatten die Gläubigen die Möglichkeit, sich persönlich von Pfarrer Seidl zu verabschieden, die Ministranten, die ihn nach Rom begleiteten, übergaben ein Präsent und Pfarrer Seidl trug sich noch ins Goldene Buch der Gemeinde Grafenwiesen ein. (hwp)

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