Senioren erlebten einen herrlichen Mittwochnachmittag

Die Senioren in Ludwigsthal
Die Senioren in Ludwigsthal

Mehr als 40 Senioren aus Grafenwiesen folgten am Mittwochnachmittag der Einladung des Pfarrgemeinderatssprechers Joachim Bauer, in einem extra für sie organisierten Ausflug den Unteren Bayerischen Wald und dessen Schönheiten zu erkunden. In seiner Begrüßungsansprache erläuterte Bauer die Ziele: die Stadt Zwiesel, die Glasmanufaktur und das Museumsschlösschen in Theresienthal, die Herz-Jesu-Kirche in Ludwigsthal sowie eine Einkehr auf dem Nachhauseweg in Waldeck bei Lam.

Schon die Busfahrt durch den farbenprächtigen Herbstwald über Lohberg und den Großen Arber versprach erlebnisreiche Stunden. In Theresienthal wurden die Pfarrsenioren in zwei Gruppen geteilt, so dass man bei den Führungen die Erklärungen exakt registrieren konnte. Nicht umsonst lautet der Ausspruch in Theresienthal: „Hier ist das Glas der Bayerischen Könige“. Wie zu erfahren war, wird dort seit 1836, beginnend unter König Ludwig dem Ersten, Glas in höchster Vollendung hergestellt. Die Senioren durften die Fertigung in der großen Ofenhalle besichtigen. Zwei Mann waren gerade damit beschäftigt, eine Vase bei 1200 Grad Hitze zu modellieren. Das Zitat der Besucher: Keine leichte Arbeit!

In der nächsten Station, dem Museumsschlösschen, vernahmen die Grafenwiesener von der Führerin, dem „Waldmädchen Silvia“ alles Wissenswerte über die Geschichte der Glasherstellung. Es werden historische Gläser gezeigt; ständig wechseln Ausstellungen von namhaften Glaskünstlern. Wie zu erfahren war, entstehen außerdem Weingläser von höchster Qualität, Krüge, Vasen und vieles mehr noch heute von Meisterhand in Handarbeit. Übrigens: Für die Namensgebung des Ortes „Theresienthal“ steht die Frau von König Ludwig dem Ersten, Theresia. Nicht vorenthalten wollte das Waldmädchen Silvia den Besuchern aus Grafenwiesen die Tatsache, dass es sehr wohl ausschlaggebend sei, aus welchem Behälter man zum Beispiel Getränke zu sich nimmt. Wunderbar entfaltet sich selbstverständlich das Aroma aus einem feinen Glas.

Als Höhepunkt des Ausfluges kristallisierte sich schließlich die Besichtigung der Pfarrkirche Herz-Jesu in Ludwigsthal heraus. Toni Bernreiter aus Zwiesel brachte in seiner Führung die Entstehung und die Bedeutung der Kirche den Gästen aus Grafenwiesen nahe. Größtes Interesse löste die Aussage aus, dass die Kirche von Ludwigsthal zu den merkwürdigsten Gotteshäusern in ganz Bayern zählt und ein Meisterstück neuromanischer Kirchenbaukunst darstellt. Die Idee zum Bau eines Seelsorgesprengels in einer Ortschaft nördlich von Zwiesel entsprang Ende des 19. Jahrhunderts. Die Entscheidung fiel damals auf das kleine Dorf Ludwigsthal mit heute rund 270 Einwohnern. Architekt dieses wegen seiner einzigartigen Innenausstattung in der bayerischen Kunstgeschichte wichtigen Bauwerks war Johann Baptist Schott. Das Äußere weist die typischen Merkmale aus dem Romanischen auf wie den Turm mit Faltdach und Dreiecksgiebeln, die Apsis, die Rundbogenfriese mit den Pfosten und die beiden Rundtürmchen neben dem Haupteingang. Den Bogen darüber ziert die Schrift “Venita ad me omnes“, das so viel heißt wie „Kommt alle herein“. Im Inneren – alles völlig ausgemalt – imponieren die Kreuzgratgewölbe, der Triumphbogen, die Säulen, die Bogenreihe wie die Herz-Jesu-Figur über dem Hochaltar, die mit ihren ausgebreiteten Armen die Menschen empfangen will, die Kanzel, der Jugendstiltaufstein und der Radleuchter. Fasziniert schauten die Senioren auf die Deckengemälde, die die acht Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt den Menschen den Weg zur Erlösung weisen. Noch viel Geschichtliches wollte Toni Bernreiter noch erzählen, doch der Zeitplan drängte zur Weiterfahrt.

Bespickt mit so viel neu gewonnenen Eindrücken stellte sich bei den Ausflüglern schließlich auch der Hunger ein. Und weiter ging die kurze Reise zum „Woidecker“ in Lam zu einer gemütlichen Brotzeit. Joachim Bauer und seinem Stellvertreter Josef Kolbeck war es mit diesem Ausflug gelungen, eine schöne Abwechslung in den Alltag der Pfarrsenioren zu bringen. (hwp)  

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