Weihnachten in Grafenwiesen

Gekonnt spielten die Kinder die Herbergssuche
Gekonnt spielten die Kinder die Herbergssuche

Die Feiertage standen im Zeichen des Friedens

Zwei Weihnachtsfeiertage, die sowohl den Kindern als auch vielen Erwachsenen lange  in guter Erinnerung bleiben werden, erlebte Grafenwiesen an Heilig Abend und am Christtag. Bereits um 16 Uhr läuteten am Montagnachmittag die Glocken der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit und luden zur Christkindl-Andacht ein. Blitzschnell füllte sich der Kirchenraum, auch der letzte Platz war im Nu besetzt. Unter der Regie von Annemarie Dachs und Jeanette Nagler, unterstützt durch Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Bauer am Keyboard und an der Orgel und Magdalena Kolbeck (Trommelbegleitung) führten Kinder ein Bayerisches Krippenspiel in Mundart auf. Dabei ging es um die Herbergssuche von Maria und Josef. Schließlich fanden sie nach vielen Schimpfworten und Abweisungen einen Stall mit einer Krippe bei einer guten Familie, in dem das Jesuskind geboren wurde. Die Hirten eilten herbei und beteten das Kindlein an. Die Erkenntnis: Alle haben verstanden, dass Geschenke nicht das Wichtigste sind. In diesem Spiel erbrachten die kleinen Akteure großartige Leistungen, die die Anwesenden mit anhaltendem Applaus honorierten. Die Mitwirkenden waren: Luis Nagler, Leni Grund, Hanna Berzl, Emil Nagler, Elena Huber, Leni Steidl, Franziska Amberger, Sophia Robl, Lucy Holzapfel, Max Steger, Daniel Schmidlehner, Hanna Amberger, Kilian Gschwendner, Laura Simmel, Max Simmel, Mio Gsellhofer und Mirjam Gschwendner.

Pfarrer Peter erzählte in einer kurzen Ansprache von einem Gespräch zwischen Mutter und Sohn, in dem beide ihre Arbeiten für den anderen in Geld gegenrechneten; die Mutter jedoch auf einen Betrag von Null Cent kam. Daraufhin verzichtete auch der Sohn auf die Begleichung und beide stellten fest, dass es im Leben darauf ankommt, füreinander da zu sein.

Um 22 Uhr zelebrierte Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil die Christmette und erinnerte die Gläubigen daran, dass das Weihnachtsfest gerne auch „das Fest des Friedens“ genannt wird. Frieden sei heute genauso wichtig wie vor 2000 Jahren, sagte er und ging auf die zuvor gehörten beiden Schriftlesungen ein. Frieden beginne schon im Kleinen, im Privaten, gab er zu bedenken und legte den Gläubigen die Worte des Apostels Paulus, „besonnen, gerecht und fromm“ zu leben, ans Herz.

Der Kirchenchor Grafenwiesen verlieh unter seinem Leiter Roland Häring der Messe eine besondere, feierliche Note, die mit anhaltenden Beifallsstürmen belohnt wurde.

Der Dienstag stand in der Pfarrkirche ganz unter dem Zeichen der „Geburt des Herrn“, Monsignore Dr. Johann Tauer freute sich über die weihnachtlich schön geschmückte Kirche und die gemeinsame Feier des Gottesdienstes. Christus ist geboren als Mensch, aber die Umstände seiner Geburt sind so, dass sie uns immer nachdenklich machen werden. Gott kam sozusagen nackt und arm auf die Welt. Er galt als Ausgestoßener, als nicht in die Gesellschaft Aufgenommener. Sein erstes Bett war eine Futterkrippe, bei der die Hirten Nachtwache halten mussten, eine nicht immer einfache Arbeit. Den Menschen zeigt Jesus auf diese Weise, dass nicht Besitz oder Ansehen wichtig sind. Schauen wir auf die Botschaft der Engel, so zeigt sie uns, dass Freude und Friede auf Erden für den Menschen von Bedeutung sind und nicht Reichtum und ein Leben in Überfluss, so das Fazit seiner Predigt. (hwp)

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