Diakon Thomas Bauer hautnah erlebt

Foto: Archiv
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Am Samstagabend präsentierte Thomas Bauer aus Zenching im Pfarrheim Grafenwiesen seinen Dienst als Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Rimbach-Grafenwiesen-Zenching. Das Wort Diakon bedeutet „dienen“, „fürsorglich helfen“. Einleitend gab er zu verstehen „Ein Diakon ist kein Priester, aber ein Priester ist immer Diakon“. Der Ursprung des Diakones geht zurück auf Jesus, der als Diener aller auf der Welt war. Die ersten sieben Diakone werden in der Apostelgeschichte von Lukas erwähnt, die zur Entlastung der Hellenisten eingesetzt wurden und in der Nachfolge Christi den Dienst am Nächsten zu ihrem Lebenswerk machten.

In einer für alle gut verständlichen Art und Weise, untermalt mit Texten und Bildern auf der Leinwand, erklärte der neue Diakon den interessiert lauschenden Zuhörern, was für ihn ausschlaggebend war, dass er den Weg zum Ständigen Diakon im Nebenberuf eingeschlagen hat. Für ihn war anfangs nicht die Berufung der Grund, vielmehr war es der Ansporn des Ortspfarrers, der den Anstoß gab. Schließlich ließ er sich schon als Ministrant und später als Mesner in den Dienst nehmen. So sagte er nach langem Für und Wider und reiflicher Überlegung zu. Doch hatte er die notwendigen Voraussetzungen dazu?  Es spielte das Alter eine wesentliche Rolle, die Bewerber können verheiratete Männer in einer bewährten Ehe sein oder unverheiratete Männer. Beide verpflichten sich zum Zölibat. Bei verheirateten Männern gilt das Zölibat nicht für die bestehende Ehe, jedoch im Falle des Todes der Ehefrau. Bei verheirateten Bewerbern ist die Zustimmung der Frau zur Weihe eine Grundvoraussetzung. Erwartet werden mindestens die mittlere Reife, körperliche und seelische Gesundheit, Bewährung in Ehe und Beruf sowie ein reflektierter Glaube mit einer positiven Einstellung zur Kirche.

Wie Thomas Bauer weiter ausführte, war es nicht immer ein leichter Weg, da die Herausforderungen riesig sind und die Aufgaben vielfältig. Zusammenfassend kann er den Inhalt des Diakones so wiedergeben: Bruderdienst, Schwesterdienst, Gottesdienst. Dazu gehören Dienste am Menschen, am Wort Gottes, in der Liturgie, am Aufbau der Gemeinde, an Not leidenden Schwestern und Brüdern. Der Diakon ist das Gewissen der Gemeinde. Wichtig: Die Eucharistiefeier, die Spendung des Bußsakramentes und der Krankensalbung obliegt ausnahmslos dem Priester.

Diözese Ausbildungsstruktur: Erstes Jahr Probejahr (Praktikant), zweites Jahr Lektoratjahr, drittes Jahr Akolythats-Jahr, viertes Jahr Admissio-Jahr. Die große Gemeinschaft der Diakone begleitet den Bewerber auf dem Weg mit jeglicher Unterstützung und Wohlwollen. Ausführlich erklärte Thomas Bauer die Zeichen des Diakons in der Liturgie. Zu der Weihe selbst nur in Kürze: Zunächst werden die Kandidaten vorgestellt. Sie treten vor den Bischof und sagen: „Hier bin ich“ oder „Ich bin bereit“. Nach der Handauflegung durch den Bischof übergibt er dem neuen Diakon die Stola, Dalmatik und ein Evangelienbuch und umarmt mit dem Friedensgruß. Ihm schließt sich der ganze Klerus an. Durch die Weihe ist der Diakon an Christus gebunden, IHM und seiner Kirche verantwortlich.

Letztendlich stellt sich Thomas Bauer die Frage:  Wie soll mein weiterer diakonaler Weg ausschauen? Nun, für mich ist der Dienst und Gehorsam gegenüber unserem Bischof und allen Priestern selbstverständlich. Ich will freudig das Wort Gottes auslegen, es vielen Menschen näherbringen und sie dann für ein „noch Mehr im Glauben“ und in der Gemeinde Gottes begeistern. Es ist selbstredend, dass ich weiterhin meiner Arbeit bei K+B nachgehe, nicht zuletzt um auch dort als Diakon für die mir gegebenen Kolleginnen und Kollegen dienend da zu sein. Ich bin sehr dankbar für mein glaubensstarkes Elternhaus, für meine wunderbare Familie, für die vielen Wegbegleiter und Freunde und vor allem, dass ich hier sein darf und dass ich als Diakon auch arbeiten darf. Ich bitte Gott um Begleitung und Unterstützung und ich bitte euch alle um das begleitende Gebet für meinen Auftrag und meine Berufung. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben, mit diesem Satz schloss Thomas Bauer seinen interessanten aufschlussreichen Vortrag, der hier inhaltlich nur in Kurzfassung wiedergegeben ist. (hwp)

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