BGR und Pfarrer i. R. Karl Schmid in Waldsassen beigesetzt


Bericht: Heinz Pletl

Mehr als einhundert Pfarrangehörige aus Grafenwiesen, darunter die Geistlichkeit aus Rimbach/Grafenwiesen (Pfarrer Karl-Heinz Seidl, Pater Paul Gnalian) und dem Dekanat Kötzting (Dekan Augustin Sperl, Pfarrer Ambros Trummer und Pfarrer Albert Melchner) sowie uniformierte Abordnungen der Ortsvereine Grafenwiesen mit Vereinsfahnen, geleiteten am Donnerstag nachmittag den ehemaligen Bischöflich Geistlichen Rat und Pfarrer i.R. Karl Schmid aus Grafenwiesen in die Ewigkeit Gottes. Bereits um 13.30 Uhr sammelten sich die Gläubigen in der Basilika in Waldsassen, beteten den lichtreichen Rosenkranz und opferten ihn für den Verstorbenen auf. Anschließend zogen die Priester in das Gotteshaus, um im Requiem Abschied zu nehmen von einem Menschen, dessen Leben geprägt war von Demut und Bescheidenheit.

 

Stadtpfarrer Thomas Vogl eröffnete den Gottesdienst u.a. mit den Worten: „Karl ist im Vertrauen darauf gestorben, dass Gott ewiges Leben schenkt und das ewige Licht möge ihn überströmen und erfüllen, dass der Tod keine Macht hat, weil Christus ihn überwunden hat.“

 

In der Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper hieß es:  Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem, was vor mir liegt, nämlich die himmlische Berufung, die Jesus Christus uns schenkt.

 

In seiner Predigt führte der Stadtpfarrer aus, dass viel über das Priesteramt diskutiert wird. Was macht einen guten Priester aus?, wie soll er sein?, wie muss er sein in der heutigen Zeit?“ Orientierung holt man sich aus der Bibel. Auch die Unterscheidungen „liberal“ und „konservativ“ wird es immer geben. Welche Bildung man auch immer entwickelt, es geht nicht ohne die konkrete Umsetzung im Leben. Der Geistliche weiter: Wenn wir heute von Karl Schmid Abschied nehmen, dann sehen wir ein Bild, das allen als Leitbild gegeben ist. Er hat uns gezeigt, bescheiden zu sein, kein Aufheben um seine Person zu machen. So hat er anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums im Jahre 2010 darum gebeten, keine Feier zu halten. Er wollte, dass die Botschaft des Evangeliums im Mittelpunkt steht. Ein weiteres hat uns der Verstorbene mitgegeben, nämlich die Güte als Mensch und Priester. Seine Güte hat gut getan und die Menschen angesprochen. Für jedes Verständnis war er stets dankbar. Er erzählte von seinem Priesteronkel Ferdinand Köstler aus Blaibach, der äusserte: Unter den Pfarrern gibt es „Hocker“ und „Hüpfer“. Schmid zählte zu den „Hockern“. Bei ihm war es eine starke Treue zu den Menschen in Grafenwiesen. Grafenwiesen ist zu seiner zweiten Heimat geworden. Er hat sich aber auch in Waldsassen wieder eingefunden. Viele Dienste übernahm er dort. Gott hat seine Treue dadurch bewiesen, dass er ihn durch den Tod ins Leben führte.

 

Mit einem herzlichen Vergelt‘s Gott schloss Stadtpfarrer Thomas Vogl die Predigt. Der Kirchenchor Waldsassen umrahmte das Requiem feierlich.

 

Im Anschluss stellten kirchliche und weltliche Vertreter die markantesten Stationen im Leben des Verstorbenen heraus. Dr. Max Hopfner von der Diözese schilderte den beruflichen Weg von Schmid. Dessen Entscheidung für den Priesterberuf sei geprägt aus der christlichen Familie und dem Weg, den ihm der Priesteronkel aufgezeigt hat. Er erwarb sich allgemeine Anerkennung und Wertschätzung. Nicht nur durch seinen Eifer, sondern auch seine treuen Dienste zeichnete er sich aus, so dass ihm die Diözese 1994 den Titel Bischöflich Geistlicher Rat verlieh. In den Anfang seiner Tätigkeit fiel das Zweite Vatikanische Konzil,  das für ihn Leitweg und Programm für die pastorale Ausrichtung war. Im Namen des Bischofs und Domkapitels sagte Dr. Hopfner Vergelt‘s Gott.

 

Monsignore Richard Völkl sprach den Angehörigen im Namen aller Regensburger Kurskollegen die Anteilnahme aus. Er hob hervor, dass es nicht selbstverständlich sei, dass ein Pfarrer 40 Jahre in einer Pfarrei bleibe. Dies ist ein gutes Zeichen für den Pfarrer, aber auch für die Pfarrei Grafenwiesen.

Bewegende Worte fand der Sprecher des Pfarrgemeinderates Grafenwiesen, Rudolph Kolbeck. Der Verstorbene war in Grafenwiesen nicht nur ein treuer Seelsorger, sondern auch ein guter Hirte. Der Sprecher dankte Schmid für die liturgischen Dienste, die Werke, die er in Grafenwiesen geschaffen hat, die Begleitung der kirchlichen Vereine, insbesondere der Marianischen Männerkongregation und des KDFB, die enge und harmonische Zusammenarbeit mit Roland Häring als Leiter des Kirchen- und Männerchores sowie aller übrigen Dorfvereine.

 

Bürgermeister Josef Dachs würdigte Karl Schmid als einen außergewöhnlichen Menschen und großen Marienverehrer. Grafenwiesen empfand es als großes Glück, als der Verstorbene die Pfarrstelle in Grafenwiesen angetreten hat. Er konnte viele Baumaßnahmen bewegen wie den Bau des Jugendheimes, die Generalsanierung der Pfarrkirche, den Bau des Leichenhauses usw. Schmid teilte mit uns die Freuden, spendete uns aber in schweren Stunden Kraft und Trost. Die Gemeinde ernannte ihn an seinem 70. Geburtstag zum Ehrenbürger von Grafenwiesen. Wir werden uns immer dankbar an ihn erinnern.

 

Betend zogen danach die Trauergäste in einem langen Zug, mit dem Sarg des Verstorbenen, getragen von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grafenwiesen, hinaus zum Gottesacker, wo BGR Karl Schmid im Priestergrab seine letzte Ruhestätte fand.


 

 

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