Pater Paul nahm bewegt Abschied von Grafenwiesen


Bericht: Heinz Pletl

Unter tönendem Orgelklang zog vergangenen Sonntag Pater Paul zusammen mit Pfarrer Karl-Heinz Seidl und einer Ministrantenschar ein letztes Mal in Grafenwiesen in das Gotteshaus ein. Sechs Jahre wirkte der Vinzentinerpater aus Kerala/Indien als Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft Rimbach/Grafenwiesen/Zenching. Er wohnte im Pfarrhaus Grafenwiesen. Zum 1. September erhält er eine eigene Pfarrei und tritt als Pfarrer die Stelle in Egglkofen an.

 

Pater Paul Gnalian feierte in Konzelebration mit Pfarrer Karl-Heinz Seidl am Sonntag den letzten Gottesdienst in der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, während dem auch seine Verabschiedung stattfand. Der Kirchenchor Grafenwiesen unter der Leitung von Roland Häring, gestaltete die Hl. Messe gesanglich. Eingangs zitierte der Geistliche: „Ich war hier zunächst wie ein Kind“. Nachdem ich aber soviel Unterstützung, Liebe, Aufmerksamkeit und Verständnis von allen Seiten erfahren durfte, fällt es mir schwer, heute die letzte Messe als Seelsorger in Grafenwiesen zu zelebrieren. Die Predigt richtete er als großes Dankeschön zunächst an alle Gläubigen, insbesondere an Bürgermeister Josef Dachs und die übrigen Honoratioren. Für einen Pfarrer aus Indien bedeutet Abschiednehmen nichts Neues. Pater Paul wörtlich: „Wir sind Wanderer, wenn die Stimme gut ist, soll man mit der Musik aufhören!“ Das Jahr 2006 war für mich nicht leicht, er hoffe aber, dass er in den letzten sechs Jahren gut gearbeitet hat. Er verglich sein Wirken mit einer Pflanze, die wächst und gedeiht, die sich aber auch gegen Schädlinge zur Wehr setzen muß. Und so wie dieser Pflanze erging es ihm auch in Grafenwiesen. Der Priester bedankte sich noch einmal für die Hilfsbereitschaft und betonte, dass die Erfahrungen, die er in Grafenwiesen sammeln konnte, sein Leben prägen. Die Freundschaft mit vielen Grafenwiesenern wird er vermissen. Zusammenfassend richtete er im einzelnen seinen Dank an den ersten und zweiten Bürgermeister, die er auch als Mitbrüder bezeichnete, Pfarrer Seidl für die gute Zusammenarbeit, dem Pfarrgemeinderat unter der Führung von Rudolph Kolbeck, der Kirchenverwaltung unter der Führung von Alfred Brunhofer, der Mesnerin Fannerl Dachs, die von ihm manchmal Schelte einstecken mußte, weil er sie als „Stiefmutter“ und nicht als Mesnerin sah, den Stellvertretern der Mesnerin und dem Übergangsmesner Joachim Bauer, den Ministranten, Lektoren, Kommunionhelfern, dem Frauenbund, der Pfarrsekretärin, der Putzfrau, dem Kirchenchor mit dem Leiter Roland Häring, den ehrenamtlichen Helfern, Vereinen und Bestatter Wolfgang Frisch. Der Abschied erweckt in ihm ein Gefühl der Trauer und des Loslassens. Als Priester war er ein Mensch für Menschen, mit Menschen und unter Menschen und handelte immer zum Wohle der Pfarrgemeinde. Als Mensch unterliefen ihm auch Fehler, wobei er sich aber entschuldigte, wenn jemand durch sein Handeln Unrecht geschehen ist. Seine Zeit in Grafenwiesen behält er in guter Erinnerung, wünschte allen Gottes Segen und ergänzte wörtlich: „Gottes Tür steht uns immer offen“. Für seine Predigt erhielt Pater Paul anhaltenden Applaus.

 

Zum Schluß des Gottesdienstes fand Pfarrer Karl-Heinz Seidl anerkennende Worte für Pater Paul. Er lobte ihn für seine sechsjährige Tätigkeit bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und im gesellschaftlichen Leben. Pater Paul  legte ein Gedächtnis wie ein Computer an den Tag. Außerdem sei Grafenwiesen für ihn ein Stück Heimat geworden. Seidl  betrachtete ihn als zuverlässigen Mitbruder und sagte Vergelts Gott für alles.

 

Pfarrgemeinderatssprecher Rudolph Kolbeck dankte Pater Paul im Namen der Pfarrgemeinde für seinen priesterlichen Dienst mit einem Spruch aus der Bibel: „Alles hat seine Zeit“.

Bürgermeister Josef Dachs ließ die sechs Jahre mit Pater Paul Revue passieren und hob insbesondere die gesellschaftlichen Stationen hervor. Er dankte ihm für die starke Freundschaft und bescheinigte, dass Pater Paul die Belange der Gemeinde mitgeprägt hat. Als Erinnerungsgeschenk überreichte Dachs das Gemeindewappen in Wachs.

 

Im Namen aller Dorfvereine bedankte sich Hans Artmann mit einer Ehrenurkunde, auf der das Bild der Pfarrkirche dargestellt ist, umrahmt von den Wappen der Vereine von Grafenwiesen sowie einen Wanderstock mit einer Brotzeit und festem Schuhwerk.

 

Die Kindergartenleitern Brigitte Semmelbauer dankte namens des Kindergartens und betonte, dass die Zusammenarbeit sowohl mit Pater Paul als auch Pfarrer Seidl immer gut war und übergab Fotos als Geschenk und ein Bild von der Pfarrkirche, gemalt von dem Kindergartenkind Magdalena Adam. Den Abschied von Pater Paul drückte Frau Semmelbauer in Versform aus. In dem Gedicht hieß es unter anderem: „Wir sagen heut auf Wiedersehn, die Zeit mit Ihnen war sehr schön. Was Sie gemacht in unser’m Ort, das lebt für uns in Bildern fort. Bilder, die wir im Herzen tragen, können mehr als tausend Worte sagen“.

 

Tosender Applaus erfüllte das Gotteshaus.

 

Bei einem Stehempfang im Pfarrgarten konnten sich alle Pfarrangehörigen persönlich von Pater Paul verabschieden.


 

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