Hoher Besuch aus Indien in Grafenwiesen


Über hohen Besuch konnte sich die Pfarrei Grafenwiesen am vergangenen Freitag freuen. Seine Exzellenz Bischof Dr. Sebastian Vadakel nahm mit Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil  einige Tage zuvor an der Heiligsprechung eines Priesters und einer Nonne aus Indien in Rom teil. Er nutzte die Gelegenheit seines Aufenthaltes in Europa und besuchte Grafenwiesen, den Ort, in dem Pfarrer Peter – der ebenfalls aus seiner Heimat-Missionsdiözese Ujjain (Indien) kommt - hier zur Zeit als Priester wirkt.

Viele Pfarrangehörige nahmen am Freitagabendgottesdienst teil, der in Konzelebration mit dem Bischof, Pfarrer Karl-Heinz Seidl und Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil gehalten wurde. Pfarrer Seidl hieß seine Exzellenz eingangs mit den Worten „dieses Kirchenjahr wird durch Ihre Anwesenheit im letzten Gottesdienst vor dem ersten Advent gekrönt“, herzlich willkommen.

Pfarrer Peter stellte anstelle einer Predigt seinen Heimatbischof der Pfarrgemeinde vor. Der heute 62-jährige Geistliche stammt wie Pfarrer Peter aus dem südindischen Bundesstaat Kerala. 1978 empfing er die priesterlichen Weihen der katholischen Kirche in Indien, die sich auf ihren Gründer, den Heiligen Apostel Thomas, beruft. Nach seiner Priesterweihe arbeitete Bischof Vadakel in verschiedenen Missionsstationen in Ujjain, das in Nordindien gelegen ist. Einige Jahre später promovierte er in Kirchenrecht. Während dieser Zeit war er auch öfter als Urlaubsvertreter in Deutschland seelsorgerisch tätig. Von 1993 bis 1998 wirkte er sogar als Generaldirektor der Missionsbruderschaft. Die Bischofweihe als Zweiter Bischof aus Ujjain, erlangte Dr. Vadakel 1998. Seine Exzellenz ist Mitglied der indischen Bischofskonferenz und unter anderem zuständig für den ökumenischen Dialog. Außerdem bekleidet er das Amt des Vorsitzenden der Kommission für Evangelisierung und Seelsorge für Migranten. Eine ganz wichtige Aufgabe, die der Bischof inne hat, ist die kirchliche Mission der syromalabarischen Kirche sowohl in Indien als auch in der ganzen Welt. So führt ihn diese Tätigkeit oft in Länder, wie nach England, Australien und Rom. Als promovierter Kirchenrechtler lehrte er in fünf Priesterseminaren.

Am Ende des feierlichen Gottesdienstes bedankte sich Bischof Sebastian bei seinen beiden Mitkonzelebranten und den Messdienern in deutscher Sprache. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass so viele Gläubige an diesem Werktag den Weg in die Pfarrkirche gefunden hatten. Er rief die Pfarrgemeinde zum gemeinsamen Gebet für Berufe der Kirche sowie für die Familien auf. „Gott sei mit Ihnen, Ihren Familien und in Ihren Berufen“ wünschte er den Gläubigen und erntete dafür anhaltenden Applaus. Neben dem Schlusssegen für alle Anwesenden erteilte er den Ministranten und Kindern einen Einzelsegen. Die Heilige Messe wurde von Joachim Bauer auf der Orgel musikalisch begleitet.

Pfarrer Seidl lud seine Exzellenz Bischof Dr. Vadakel, Pfarrer Peter, die Ministranten, stellvertretenden Bürgermeister Norbert Greisinger sowie die Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates anschließend zu einem kleinen Stehempfang in das Pfarrheim ein, den der Pfarrgemeinderat liebevoll vorbereitet hatte. Dort begrüßte in Vertretung von Bürgermeister Josef Dachs dessen Stellvertreter Norbert Greisinger den hohen Gast noch  einmal im Namen der Gemeinde. Er bezeichnete den Besuch des Bischofs als große Ehre für den gesamten Ort. Humorvoll bedankte er sich bei Bischof Dr. Vadakel außerdem dafür, „dass er uns mit Pfarrer Peter seinen besten Mann geschickt hat“  und wünschte seiner Exzellenz für die Zukunft alles Gute. Der Bitte des zweiten Bürgermeisters, sich in das Goldene Buch der Gemeinde einzutragen, kam Bischof Sebastian sehr gerne nach und fügte seiner Unterschrift eine ausführliche Widmung in englischer Sprache bei.

Im Namen der Pfarrei Grafenwiesen überreichte sodann Pfarrer Seidl dem Bischof eine kleine Spende für die Missionsarbeit in Ujjain, für die sich Dr. Vadakel sehr herzlich bedankte. Einen Dank richtete er auch an den Sprecher des Pfarrgemeinderates Heinz Werner Pletl und sein Team für den so gut vorbereiteten Empfang im Pfarrheim. Dementsprechend wohlgemeint war dann seine Ankündigung an die Anwesenden: „Ich lade Sie alle zusammen nach Indien ein“. Mit dem Stehempfang klang für alle ein Abend aus, den keiner so schnell vergessen wird. (hwp)

zurück