Mit Pfarrer Peter auf Entdeckungsreise in Indien

Pfarrer Peter mit der Reisegruppe vor dem Taj Mahal
Pfarrer Peter mit der Reisegruppe vor dem Taj Mahal

„Wie ein Märchen aus 1001 Nacht“

Einen anderen Kontinent zu erkunden, diese Gelegenheit bot sich kürzlich den Pfarrangehörigen aus der Pfarreiengemeinschaft Grafenwiesen-Rimbach-Zenching. So bildete sich um Pfarrer Peter eine 19-köpfige Gruppe, die für 14 Tage eine Erlebnis- und Studienreise nach Indien startete. In Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil – als Priester hauptsächlich für Grafenwiesen zuständig – stand den wissenshungrigen Urlaubern ein ortskundiger Reiseleiter zur Seite. Die Route führte zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Städte Delhi, Jaipur, Amber, Fatehpur Sikri, Agra, Ujjain, Cochin, Alleppy, Backwaters, Thekkady und Marari.

Nach einem Zwischenstopp der Emirates Airlines in Dubai und der Landung in Neu-Delhi bezog die Reisegruppe zunächst Quartier im Crowne Plaza Hotel. Bereits am Nachmittag stand ein Tempelbesuch in Delhi an. Unter sachkundiger Führung einer indischen Reiseleitung besichtigten die Teilnehmer schon am zweiten Tag zusammen mit Pfarrer Peter den weltweit größten hinduistischen Tempel in Delhi. Die Anlage besticht durch den rosafarbigen Sandstein aus Rajasthan und bescherte den Besuchern einen atemberaubenden Anblick. Auf einer Besichtigungsrundfahrt durch die Stadt bestaunten die Urlauber nicht nur die Festungs- und Palastanlage Red Fort, sondern auch das Wahrzeichen der Stadt, das India Gate sowie die Grabstätte von Mahatma Gandhi. Ein kurzer Abstecher zum Lotus-Tempel – er hat die Form einer Lotusblüte – stand mit auf dem Programm.

Die Etappe am vierten Tag führte nach Agra, der Hauptstadt des Moghul-Reiches im 16./17. Jahrhundert in Nordindien. Das Highlight dieses Tages war die Besichtigung des weltberühmten Taj Mahal. In unvergleichlicher Vollkommenheit und Schönheit erstrahlt dieser „teuerste Liebesbeweis aller Zeiten“ noch heute in weißem Marmor. Nach diesem erlebnisreichen Tag fühlten sich die Reisenden wie im „Märchen von 1001 Nacht“. Nach der Übernachtung in Agra startete die Fahrt nach Jaipur. Während der Fahrt dorthin konnte die Gruppe die im Jahre 1569 von Moghulkaiser Akbar erbaute, jetzt verlassene und überaus faszinierende Stadt Fatehpur Sikri bestaunen. Die roten, sehr gut erhaltenen Sandsteinbauten gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen der Moghularchitektur. Heute kann man – ganz wie vor 400 Jahren – durch eine intakte hochherrschaftliche Stadt wandern. Die untergegangene Metropole vereint zwei Gegensätze: Die figurative Architektur der Hindus und die geometrische des Islam. Am sechsten Tag in Jaipur angekommen, erklommen die Pfarrangehörigen aus dem Bayerischen Wald auf einem Elefantenrücken den Weg zur Festung Fort Amber. Von den Galerien und Terrassen aus genossen die Reiseteilnehmer den weiten Blick über das Tal und die Bergwelt der Aravalli-Kette. Ferner wurde das City Palace besucht, heute noch Wohnsitz des dortigen Maharajas. In den Museen waren private Sammlungen von Miniaturen, Teppichen, Waffen und Gewändern zu bewundern.

Am folgenden Tag ging es per Flugzeug nach Ujjain, der Heimat des Bischofes von Pfarrer Peter. Dort besuchte die Reisegruppe den bekanntesten Hindu-Tempel der Welt, den Mahakabeshwar-Tempel. Ujjain heißt schließlich auch „Tempel-City“.

Nach einem Gottesdienst überreichte PGR-Sprecherin Gerlinde Rackl aus Rimbach im Haus des Bischofs in Ujjain eine gemeinsame Spende der Ortschaften Grafenwiesen und Rimbach in Höhe von 2.000 Euro für die dortige Priesterausbildung. Dieser Vorgang löste unter den Einheimischen strahlende Gesichter und eine riesige Freude aus. Mit einem Vortrag über die Missionsarbeit der indischen Priester ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Tags darauf stand der Besuch einer Schule auf dem Programm, deren 1.300 Kinder den Reisenden einen in Indien üblichen Empfang bereiteten. Die Kinder boten ein einstimmiges, ergreifendes Programm, das die Anwesenden zu Tränen rührte. Schließlich stattete man auch dem großen Priesterseminar einen Besuch ab sowie dem Waisenheim Sathi für aidskranke Kinder. Die Reise ging weiter per Flugzeug nach Cochin, einer lebendigen Hafenstadt mit alter, vielfältiger Kultur. Das Christentum ist hier älter als in Europa, da es bereits 52 n.Chr. von Apostel Thomas hierher gebracht worden sein soll. Die Reisegruppe besuchte in der geschichtsreichen Stadt den Dutch Palace, Fort Cochin (Weltkulturerbe) und die St. Francis Kirche, die älteste, europäische Kirche in Indien mit dem Grabmal des berühmten Seefahrers Vasco da Gama.

In Thekkady nahmen die Urlauber eine uralte Kirche in Augenschein, die um 105 n.Chr. von der Thomaskirche gegründet wurde. Im 4. Jahrhundert n.Chr. erschien dort die Mutter Gottes spielenden Kindern, denen sie eine lebenswichtige Wasserquelle gezeigt hat. Im Übrigen befand sich die Gruppe nun in der Heimat von Pfarrer Peter. Die Wallfahrtsstätte der Heiligen Alphonsa befindet sich hier. Ein Besuch bei den Eltern von Pfarrer Peter durfte natürlich nicht fehlen. Die Freude darüber war im Hause Chettaniyil übergroß; die Gäste aus dem Bayerischen Wald waren herzlich willkommen und wurden reichlich bewirtet.

Eine Wildlife-Safari, bei der einige wilde Tiere beobachtet werden konnten, schloss sich an. Es wurde außerdem ein Speisegarten besucht, der Pfeffer-, Cardamom- Kautschuk- und Bananenplantagen beherbergt.

Am zwölften Tag führte die Tour nach Alleppy. Dort fand eine Bootsfahrt auf den Kanälen und Flüssen der Backwaters statt. Die Backwaters sind ein verzweigtes Wasserstraßennetz im Hinterland der Malabarküste im Südindischen Bundesstaat Kerala. Im Anschluss daran begab sich die Reisegruppe nach Marari, einer unberührten Landschaft mit endlosen Meilen feinsten Sandstrands. Außerdem konnten in einem Schmetterlingspark 36 Arten der schönsten Schmetterlinge betrachtet werden. Schließlich brach der vorletzte Tag dieser wunderschönen Erlebnisreise an. Die Teilnehmer durften auf eigene Faust den ganzen Tag am Strand ausruhen, relaxen oder ins Schwimmbad gehen. Am letzten Tag hieß es Abschied nehmen von einem Reiseland mit einer Fülle touristischer Attraktionen und einer Zivilisation, in die man einfach eintauchen muss. Um 5.15 Uhr früh startete der Flug zurück in die Heimat, wo die Gruppe um 12 Uhr Mitternacht in Grafenwiesen wieder gut ankam. (hwp)

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