Konvent der MMC Grafenwiesen

Ludwig Sponfeldner für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt
Ludwig Sponfeldner für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt

Pater Schwemmer hält Konventmesse

Mit der Pfarrmesse um 9 Uhr leitete die Marianische Männerkongregation am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit ihren diesjährigen Konvent ein. Obmann Joachim Bauer durfte sich über die stattliche Zahl von 20 Teilnehmern freuen. Die „lebendige“ Messe zelebrierte Zentralpräses Pater Josef Schwemmer aus Cham.

In seiner Ansprache zeigte Präses Schwemmer die Texte des auf diesen Tag treffenden Lukas-Evangeliums auf, bei denen es um Arm und Reich ging. Der Tenor war, dass die Armen oft reicher an Schätzen im Himmel sind als die Reichen. Nach dem Segen und dem Schlusslied lud Pater Josef Schwemmer zum anschließenden Konvent in das Pfarrheim ein, zu dem neben den Mitgliedern auch alle an der MMC Interessierten willkommen waren. Obmann Joachim Bauer begrüßte neben Zentralpräses Pater Josef Schwemmer alle Ehrengäste und Anwesenden (darunter auch Teilnehmer, die einmal „schnuppern“ wollten) sehr herzlich.

Nach einem kurzen Totengedenken schritt Joachim Bauer zur Ehrung der Jubelsodalen. Dabei ehrte er für 70 Jahre Mitgliedschaft Ludwig Sponfeldner, was schon eine Besonderheit darstellte, so der Redner. Pater Josef Schwemmer schloss sich den Glückwünschen an.

Pater Josef Schwemmer griff dann das Jahresthema „Ein Haus voll Glorie schauet“ – Kirche: Schatten und Licht, auf. Die Schatten scheinen zu überwiegen: schwindende Kirchenbesucher, schwindendes Glaubenswissen, Skandale – Tatsachen! Der Mensch wird heute von Infos und Einflüssen überflutet, er ist dem Mainstreaming und dem allgemeinen Denken ausgeliefert. Aber: So schlecht wie die Kirche gemacht wird, ist sie nicht! Neben den Schatten gibt es viel Licht, so Pater Schwemmer. Das Christentum hat die Entwicklung des Abendlandes vorangetrieben und tut es noch heute. Beispielsweise konnte die Sklaverei mehr und mehr abgeschafft werden, heute erhebt sich die Kirche gegen Organhandel und Sexsklaverei. Internationalität prägt die Kirche von Anfang an (daher: Fremdenfeindlichkeit ist unchristlich). Dass es Krankenhäuser gibt, ist eine christliche Erfindung. Pater Schwemmer wies in seinen Ausführungen auf zwei Bücher der Autoren Manfred Lütz („Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums“) und Josef Bordat hin, die zu dem Jahresthema genau passen würden. Das Fazit von Pater Josef Schwemmer: wir dürfen nicht auf den Teufel hereinfallen, sondern müssen wieder in die Spur kommen. Dabei muss jeder bei sich selbst anfangen, um die Welt verändern zu können und im Glauben zu leben. Was die Kirche heute vermittle, sind Werte, das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Das diesjährige Jahresthema brachte anschließend eine lebhafte Diskussion über Themen wie „Demokratie in der Kirche“ oder „Genderismus“ hervor. Viele Teilnehmer waren begeistert und sagten, es hätte bei einem Konvent in Grafenwiesen noch nie so intensive Gespräche gegeben.

Bevor Pater Schwemmer zum Abschluss des Konvents den Engel des Herrn und das Sodalengebet sprach, gab er den Anwesenden noch drei Zitate mit auf den Weg, eines sei hier erwähnt: „Was ich am tiefsten verabscheue, ist die Rolle des Zuschauers, der unbeteiligt ist oder tut. Man soll nie zuschauen, man soll Zeuge sein, mittun und Verantwortung tragen (Antoine de Saint-Exupéry)“. Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Obmann Joachim Bauer für die Teilnahme und schloss den beeindruckenden Konvent. (hwp)

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