Die Friedhofslinde ist Geschichte

An Seilen gesichert wurde die Linde entfernt
An Seilen gesichert wurde die Linde entfernt

Spektakuläre Aktion am Freitag

Am vergangenen Freitag kam das Aus für die mächtige Linde am Friedhof. Nahezu einhundert Jahre dürfte sie zwischen dem alten und neuen Friedhof ihre langen Äste ausgestreckt haben, so als wollte sie schützend über die Gräber wachen. Oftmals drängten einige verärgerte Grabbesitzer auf ihre Entfernung, denn sie bedeckte mit ihrem Laub den Blumenschmuck der Gräber.

Nun hieß es bei dem heftigen Sturm, der vor 14 Tagen in Grafenwiesen tobte, dass der Blitz in die Linde eingeschlagen hätte und einige Gräber von den abgebrochenen Ästen beschädigt seien. Wie sich aber bald herausstellte, konnte der Baum aus Altersgründen dem Sturm nicht mehr Stand halten. Wie durch ein Wunder blieb jedoch das große, alte Friedhofskreuz unter der Linde – vor etwa einhundertzwanzig Jahren von der Familie Stoiber (Roschberger) gestiftet - vom Sturm verschont.

Um ein größeres Unglück zu verhindern, sperrte die Freiwillige Feuerwehr umgehend den angrenzenden Friedhofsparkplatz und die betroffenen Gräberreihen weitläufig ab. Die Feststellung: Der Baum muss zur Gänze entfernt werden. Und dies kann nur durch eine Spezialfirma erfolgen!  In Absprache mit dem Landratsamt Cham, das für die Baumpflege im Friedhof zuständig ist, führten Christian Hartl aus Rattenberg, Edith Steinbauer und Florian Dachs die Spezialarbeiten durch. Den Kran stellte die Firma Saller mit Sepp Petersamer als Kranführer.

Unter den aufmerksamen Augen von Monsignore Dr. Johann Tauer, Bürgermeister Josef Häring, Pater Georg, Altbürgermeister Josef Dachs und Wolfgang Frisch jun. (Friedhofsverwaltung) gingen die Arbeiten in rund fünf Stunden über die Bühne. Um weitere Schäden beim Zerkleinern der Äste und dem Abtransport abzuwenden, arbeitete das eingespielte Team mit größter Vorsicht und Sorgfalt.

Wie Pfarrer Tauer verlauten ließ, sind etwa 16 Gräber und Teile der Friedhofsmauer von den herabgestürzten Ästen des morschen Baumes betroffen. Laut seiner Aussage werden die infrage kommenden Besitzer der Gräber schriftlich benachrichtigt. Über die Schadenshöhe kann noch keine Aussage gemacht werden. Von dem Baumstamm soll ein Stumpf stehen bleiben, eine Nische von Hans Meindl geschnitzt und mit einer Madonnenfigur versehen werden. (hwp)

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