Erinnerung an das unendliche Leid der Vermissten und Gefallenen

Pfarrer Seidl bei der Totenehrung
Pfarrer Seidl bei der Totenehrung

Ein langer Zug von Vereinen formierte sich am Sonntagvormittag vom Dorfplatz aus zur Kirche Heilige Dreifaltigkeit. Dem FF-Spielmannszug folgte die Freiwillige Feuerwehr Grafenwiesen und Voggendorf, die Krieger- und Reservisten-Kameradschaft, die Männer des Heimat- und Volkstrachtenvereins Regentaler mit den jeweiligen Vereinsfahnen und der Bürgermeister mit Stellvertretern und dem Gemeinderat sowie Altbürgermeister Josef Ritzenberger. Sie alle wohnten dem Gottesdienst bei, um am Volkstrauertag unseren Toten, die im Krieg vermisst und gefallen sind, zu gedenken. Der Männerchor Grafenwiesen um Roland Häring sang sich mit ausgewählten Liedern in die Herzen der Gläubigen.

Pfarrer Karl-Heinz Seidl stellte diesen Sonntag als Tag mit den drei Bedeutungen vor: Zum einen ist es der Diasporasonntag, zum anderen hat Papst Franziskus den heutigen Tag zum Welttag der Armen ausgerufen, der nicht in Worten, sondern in Taten lebt, und zum dritten erinnern wir uns am Volkstrauertag an das unendliche Leid der Vermissten und Gefallenen und die Opfer von Krieg und Gewalt. In diesem Zusammenhang zog der Geistliche einen Vergleich mit dem damals sehr jungen Buchautor Wolfgang Borchert, der schon mit 15 Jahren Gedichte schrieb und unter anderem die Bücher „Draußen vor der Tür“ und „Jesus macht nicht mehr mit!“ herausbrachte.

Nach dem feierlichen Gottesdienst versammelten sich die anwesenden Kirchenbesucher und Vereinsmitglieder vor dem Kriegerdenkmal. Pfarrer Seidl erteilte den vermissten und gefallenen Kameraden den kirchlichen Segen und gedachte ihnen im Gebet.

Anschließend erinnerte Bürgermeister Josef Dachs an die Leidtragenden der beiden Weltkriege, die für uns ihr Leben riskiert haben oder ihr Leben lassen mussten. In seiner Kernaussage erzählte er von einem kleinen Mädchen, das eine Blume vor einem Kriegerdenkmal niederlegte, eine Blume, ein Vergissmeinnicht, als Symbol gegen das Vergessen der Kriegsopfer. Aus diesem Grunde lenke er den Blick besonders auf die Kinder, die unter den Auswirkungen der Konflikte heutzutage zu leiden haben und denen nicht die Möglichkeit gegeben ist, sich gegen Aggressionen und Terror selbst zur Wehr zu setzen. Wir sind verpflichtet, allen jungen Menschen eine friedliche und verantwortungsvolle Zukunft zu ermöglichen. Zum Gedenken an alle vermissten und gefallenen Grafenwiesener Kameraden legte Dachs am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder und der Spielmannszug intonierte sogleich das Lied vom guten Kameraden.

Die weltliche Jahrtagsfeier der KuRK Grafenwiesen fand in der Pension Kolbeck statt. Vorsitzende Renate Hirtreiter bedankte sich für die Teilnahme, vor allem bei den älteren Kameraden. Die in der nächsten Zeit anstehenden Termine werden rechtzeitig in der Tagespresse bekanntgegeben. (khp)

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