KDFB: Nicht reden, sondern handeln

Dank an die FB-Mitglieder
Dank an die FB-Mitglieder

Jahrtagsgottesdienst des Frauenbundes in der Pfarrkirche

Der Jahrtagsgottesdienst des Katholischen Frauenbundes Zweigverein Grafenwiesen stand in diesem Jahr ganz unter dem Zeichen von Ellen Ammann, der Gründerin des Bayerischen Katholischen Frauenbundes. Ihr zu Ehren war am Donnerstagabend in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit ein Portrait aufgestellt.

In ihrer kurzen Einführung stellte die Vorsitzende Martina Wiesmeier Ellen Ammann vor: Vor 150 Jahren in Stockholm geboren, zog sie 1870 im Alter von 20 Jahren mit ihrem deutschen Mann nach München. Sie gebar fünf Söhne und eine Tochter. 1904 gründete sie den Zweigverein des KDFB in München, 1911 den Frauenbund in Bayern. Wiesmeier wörtlich: „Ellen Ammann soll uns Vorbild in unserem Tun sein. Wecken wir sie auch in uns“! Ellen Ammann ging mit offenen Augen durch die Welt. Auch wir wollen offen sein für Neues und die Zeichen der Zeit erkennen.

Monsignore Pfarrer Dr. Johann Tauer verlieh anfangs seiner Freude darüber Ausdruck, dass dieser Gottesdienst gemeinsam gefeiert werden konnte. Aus dem Nachbarverein Bad Kötzting nahmen daran die Bezirksvorsitzenden Lisa Amberger und Anni Deml teil. Die Lesung übernahm Erna Aschenbrenner, die Fürbitten Martina Wiesmeier. Das Orgelspiel verrichtete Joachim Bauer.

Pfarrer Tauer ging in seiner Ansprache ausführlich auf das Leben von Ellen Ammann ein. Demnach war sie ein sehr tiefgläubiger Mensch. Ihr Motto lautete: „Nicht reden, sondern handeln“! Wir sollten genau hinschauen und sehen, wo Taten nötig sind, um dann zupackende Lösungen zu finden. Ammann wünschte sich sehr, Diakonissin zu werden und gründete die Vereinigung Katholischer Diakoninnen. Sie kam als Fremde in unser Land und fand hier Heimat. Ihr Weg war nicht immer leicht, Frauen waren zur damaligen Zeit an vorderster Front nicht erwünscht. Ellen Ammann tat sich mit Gefährtinnen und gleichgesinnten Frauen zusammen, damit ihre Ideen und Inspirationen Zukunft hatten. Sie war eine sehr gläubige, religiöse Frau. So widmete sie sich auch 14 Jahre der Politik. Pfarrer Tauer beendete seinen Vortrag mit dem Wunsch an die Anwesenden, regelmäßig am Tag zu bestimmten Zeiten zu beten, wie es Ellen Ammann getan hat.

In den Fürbitten gedachten die Frauen der im abgelaufenen Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder Christa Berzl, Rosa Müller, Klara Holzapfel, Anna Reimann und Anneliese Schamberger. Die Vorsitzende hatte für die fünf Verstorbenen während der Messe eine Kerze aufgestellt und entzündet.

Abschließend verabschiedete Martina Wiesmeier die Mitglieder und dankte für das Mitfeiern und für die Unterstützung das ganze Jahr über, ebenso richtete sie ihren Dank auch an Pfarrer Tauer, den Mesner Josef Kolbeck und Joachim Bauer für die Begleitung an der Orgel. Eine Jahresversammlung mit Rechenschaftsberichten und Resümee der zurückliegenden Veranstaltungen beziehungsweise Bastelarbeiten mit Verkauf konnte wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Anfallende Arbeiten wie Adventskranzbinden und dergleichen erledigten die Frauen vorbildlich und in lobenswerter Weise im Stillen – jeder für sich allein zuhause.

Wie in den Vorjahren entließ Martina Wiesmeier alle Mitglieder mit einem Geschenk (einem von den fleißigen Vorstandsmitgliedern genähtem Stoffbeutel mit Honig und süßem Inhalt) in die Adventszeit und mit dem Wunsch „Bleibt’s g’sund“!

Pfarrer Tauer ließ es sich nicht nehmen, allen Frauen ein Vergelts’ Gott zu sagen für ihre Arbeit im Frauenbund das ganze Jahr über. (hwp)

zurück