Weihnachten 2020 war anders

Das Weihnachtsgeschehen von Bethlehem
Das Weihnachtsgeschehen von Bethlehem

Weihnachten, ein Fest der Liebe und der Freude über die Geburt des Jesuskindes? In diesem Jahr ist es eher ein Fest der Einsamkeit, umgeben von Angst und Traurigkeit. Diese Stimmung herrscht nicht nur im öffentlichen Leben vor, sondern hat sich auch in das familiäre und kirchliche Leben eingeschlichen. Bekam man alljährlich in der Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit in Grafenwiesen zur Christmette oder am Christtag, dem Hochfest der Geburt des Herrn, kaum einen Sitzplatz, so kann man in diesem Jahr die Kirchenbesucher an der Zahl überschauen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass dieses Jahr „ein Jahrhundertereignis“ darstellt und ab dem nächsten Jahr Weihnachten wieder zu einem friedvollen Fest wird.

Der Corona-Pandemie zum Trotz schmückte das Team um Juliane Bauer mit Sohn Joachim und Familie (zusätzliche Hilfen zum Aufstellen des Baumes kamen von Josef und Martin Kolbeck sowie Michael Hofmann) wie alle Jahre den herrlichen Tannenbaum, die Altäre und den Volksaltar. Nicht nur die Gottesdienstbesucher, sondern vor allem die göttliche Dreifaltigkeit vom Hauptaltar können daran ihre wahre Freude haben. Den Christbaum spendete übrigens die Familie Amesberger aus Berghäuser. Der linke Seitenaltar mit der Gottesmutter Maria beherbergt traditionell die von Rudi Kolbeck Krippe, liebevoll jedes Jahr ergänzt mit einigen neuen Krippenfiguren. So gut äußerlich vorbereitet können die Gläubigen das Weihnachtsfest in der Kirche in sich wirken lassen.

In Grafenwiesen leitete Monsignore Dr. Johann Tauer bereits am vierten Adventssonntag die kirchlichen Festtage der Weihnachtszeit mit dem Motto: „Der Engel des Herrn“ ein. Dazu gab er in verständlicher Weise mehrere Erläuterungen. Das Kantorenduo Joachim Bauer und Josef Kolbeck sang zum Abschluss der Messe dazu passend das entsprechende Lied.

Um auch den kranken Gemeindemitgliedern und denjenigen Christen, die bei der Platzreservierung in der Kirche nicht mehr berücksichtigt werden konnten, die Möglichkeit zur Mitfeier der Hl. Messen zu geben wurden die Gottesdienste live im Internet gestreamt. Allerdings mussten die Gläubigen in Grafenwiesen auf den erhofften Gesang des Kirchenchores in diesem Jahr verzichten, da in den beengten Raumverhältnissen der Pfarrkirche die Corona-Regeln nicht eingehalten werden können.

Pater Georg zelebrierte an Heilig Abend die beiden Christmetten um 16 und 18 Uhr. Als Lektoren fungierten Bettina Pritzl und Martina Wiesmeier. In seinen Ausführungen sprach der Priester davon, dass man Weihnachten normalerweise mit dem Besuch der Lieben, mit Geschenken und mit dem Christbaum in Verbindung bringt. Doch zu Corona-Zeiten ist alles anders. Man feiert die Gottesdienste wie nie zuvor, nämlich mit dem Tragen von Masken und dem Verbot von Volksgesang. Die Corona-Pandemie hat den Menschen die Grenzen aufgezeigt. Die Frage lautet: Machen wir uns Sorgen um die Welt? Es bietet sich ein Vergleich zu vor 2000 Jahren an. Jesus Christus ist als der Retter in die Welt gekommen. Er strahlte damals ein Licht aus, an dem wir uns noch heute orientieren sollen. Die Botschaft von Pater Georg an die Gläubigen in Grafenwiesen: Fürchtet euch nicht, wir sind nicht verloren. Das Gebot der Stunde „Liebt einander und lasst uns diese Botschaft weitertragen“.

Über den Christtag, dem Hochfest der Geburt des Herrn, stellte Pater Georg das Thema „Menschlichkeit“. Gott ist Mensch geworden, damit wir alle „Menschen“ werden. Es ist soviel Unmenschlichkeit in der Welt, dass wir uns mit Liebe und nicht mit Bosheit begegnen sollen. Wir sollen menschlich miteinander umgehen. Das ist der Maßstab, an dem wir uns orientieren können. Weihnachten ist, wenn zwei Menschen einander verzeihen oder einem anderen in Not helfen. Die Botschaft des Priesters: Mach es wie Gott, werde Mensch.

Am Christtag verrichteten den Altardienst die Senior-Minis Hans Amesberger und Martin Kolbeck, den Lektorendienst übernahm Martina Wiesmeier. Beide Gottesdienste berührten mit ihren Themen die Herzen der Gläubigen. (hwp)

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