Pfarrsenioren auf großer Fahrt

Zu Besuch in der Wallfahrtskirche Heilbrünnl
Zu Besuch in der Wallfahrtskirche Heilbrünnl

Heilbrünnl und Kloster Reichenbach waren die Ziele

Der alljährliche Ausflug der Pfarrsenioren ist in Grafenwiesen schon Tradition. So organisierte der Pfarrgemeinderat für Mittwoch, den 9. Oktober, eine Fahrt zu den Wallfahrtsorten Heilbrünnl und Reichenbach. Trotz des einsetzenden Regens waren die Teilnehmer in guter Stimmung. Josef Kolbeck, stellvertretender PGR-Sprecher, gab in seiner Begrüßungsansprache den Ablauf des Nachmittags bekannt und freute sich, dass Monsignore Dr. Johann Tauer die Fahrt begleitete.

Zunächst steuerte der Bus die Wallfahrtskirche Heilbrünnl an. Herr Fleck aus Roding empfing die Reisegruppe aus Grafenwiesen und führte sie durch das Bauwerk. Einführend erklärte er, dass es sich hier um eine besondere Kirche handle, in der auch Hochzeiten stattfinden. Das Wallfahrtslied „Wir ziehen zur Mutter der Gnaden“, setzt geistige Impulse in Bewegung. Die Kirche wurde 1730 im Barockstil erbaut. Interessiert folgten die Senioren den Ausführungen von Herrn Fleck in Bezug auf die vier Bilder von der Empore und dem Gnadenbild im Altarraum. Letzteres ist eine Kopie der Muttergottesikone aus der Alten Kapelle in Regensburg. Am meisten umlagert war jedoch die Heilbrünnlquelle in der Mitte des Kirchenschiffs, aus der Wasser fließt, das bei Augenleiden helfen soll. Die Gruppe aus Grafenwiesen nützte die Gelegenheit und wusch sich nacheinander die Augen. Unzählige Votivbilder zweigen, dass das Heilbrünnl ein Ort ist, zu dem man in Not und Bedrängnis flüchtet. Näher ging der Führer noch auf die Altarbilder ein mit dem Heiligen Sebastian, Florian, Josef und Leonhard. Pfarrer Tauer betete mit der Gruppe eine kurze Andacht, ließ die lauretanische Litanei einfließen und sang zusammen mit Joachim Bauer zweistimmig im Duett, was die Zuhörer faszinierte.

Das zweite Ziel des Ausfluges war das Kloster Reichenbach. Hier übernahm Herr Marek die Führung für die rund 35 Besucher aus Grafenwiesen. Laut seiner Aussage handelt es sich hier um ein Kloster der Barmherzigen Brüder. Es wurde 1118 von Markgraf Diepold und seiner Mutter Luitgard gegründet, die für die Ansiedlung von Benediktinern aus dem Kloster Kastl bei Amberg sorgte. Es ist urkundlich bestätigt, dass diese Klosterkirche der Fürsprecherin Maria geweiht ist, wie auch die drei Deckenbilder zeigen. Herr Marek meinte, die Geschichte dieses Ortes ist so interessant wie die Geschichte Bayerns.

Heute beherbergt das Kloster Menschen mit psychischer und mehrfacher Behinderung sowie Menschen mit Autismus. Ende des 19. Jahrhunderts richteten die Barmherzigen Brüder eine Heil- und Pflegeanstalt für geistig und körperlich Behinderte ein, heute ergänzt durch die Fachschule für Heilerziehungspflege. Wie Marek ausführte, ist es sehr erstaunlich, mit welchem Lebensmut und welcher Freude die Menschen ihrer Umgebung begegnen.

Nach weiteren ausführlichen Informationen führte Marek die Ausflügler zum Schrein der Reliquie von Eustachius Kugler, einer der größten Schätze der Abteikirche. Vor zehn Jahren, am 4. Oktober 2009, wurde er seliggesprochen und in die Kirche Sankt Pius im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder überführt. Nachdem ihn sein Bruder nicht aufgenommen hatte, landete er schließlich in Reichenbach. Er ist bis zu seinem Lebensende ein bescheidener Mann geblieben.

Nach so viel, zum Teil neuen Erfahrungen ging es weiter zur Klosterschänke zu einer gemütlichen Einkehr mit Brotzeit. Alle Senioren genossen trotz des anhaltenden Regens den interessanten Nachmittag. (hwp)

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