Dr. Peter Chettaniyil feiert 25-jähriges Priesterjubiläum

Unser Jubilar Pfarrer Peter (lächelnd im Hintergrund)
Unser Jubilar Pfarrer Peter (lächelnd im Hintergrund)

Gottesdienst nach dem syro-malabarischen Ritus

Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil feierte am Sonntag in der Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Grafenwiesen sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Seit 1. September 2012 ist er Pfarrvikar für Rimbach-Grafenwiesen-Zenching. Er stammt aus dem südindischen Bundesstaat Kerala und empfing am 29. Dezember 1994 die Priesterweihe. In Rom schrieb er seine Doktorarbeit und arbeitete in verschiedenen Bereichen der Mission (wir berichteten). Sein Priesteramt sieht er als Berufung. Wie sehr Pfarrer Peter in seinem Glauben verankert ist, geht aus einem Zitat aus dem ersten Timoteus-Brief auf seiner Einladung hervor. Darin heißt es: „Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, … aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat. So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkt“.

Was bedeutet nun „Syro-Malabarisch“? Zu den zwei Wörtern erklärt die Kirche: Der Apostel Thomas kam im Jahre 52 nach Indien. Seit damals gibt es in Indien das Christentum. Ab dem vierten Jahrhundert war die „Syrisch-Malabarische“ Kirche stark mit der syrischen Kirche verbunden, die zur „Apostolischen Familie“ gehört. Der heutige indische Bundesstaat Kerala – von dort kommt Pfarrer Peter – war früher bekannt als „Malabar“. Hier ist die fast 2000 Jahre alte Syro-Malabarische Kirche zu Hause, zu der mehr als 4,5 Millionen Gläubige gehören.

Am Sonntagnachmittag bewegte sich von der Dorfmitte aus ein farbenprächtiger Kirchenzug hinauf zur Pfarrkirche, angeführt vom FFW-Spielmannszug, gefolgt von allen kirchlichen und weltlichen Vereinen, Institutionen und dem Jubilar mit rund 35 geistlichen Brüdern und 20 Ordensschwestern. Am seitlichen Kirchenportal standen die Kindergartenkinder Spalier und begrüßten Pfarrer Peter mit einem Lied. Das Gotteshaus bot ein ergreifendes Bild, als die Geistlichkeit im Altarraum Platz genommen hatte. Monsignore Pfarrer Dr. Tauer nahm die Begrüßung zweisprachig vor; besonders hob er die Anwesenheit der Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst hervor, davon vier Mitbrüder, die ebenfalls 1994 die Priesterweihe empfangen haben sowie Pfarrer Peter, die Ordensschwestern, Verwandten und Angehörigen des Jubilars, die politische Gemeinde, Vereine und Fahnenabordnungen, Kirchenchor, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderäte.

Festprediger Dekan Herbert Mader führte aus, dass wir zwar heute Pfarrer Peter in die Mitte rücken, aber der Triumph in der Kirche gilt einem anderen. Es geht nicht um die eigene Person, sondern um den, der uns in den Dienst genommen hat und durch uns wirken will, Gott in Jesus Christus. Er bezog das Gerüst der Predigt auf die Lesung aus dem Brief des Apostel Paulus, in dem es heißt: So wie der Apostel Thomas im Jahre 52 sich auf den Weg nach Indien machte, dort die ersten Gemeinden gründete, die sich bis heute Thomaschristen nennen, zu denen auch Pfarrer Peter gehört und in deren Ritus wir mithineingenommen werden. Dankbar dürfen wir auf diesen Weg von Pfarrer Peter blicken und ihn in Treue und Liebe zu Christus weitergehen, so Dekan Mader. Die Lieder in der Sprache Malayalam (Muttersprache) brachten indische Schwestern und Brüder zu Gehör. Die Texte konnten anhand eines Begleitheftchens mitgelesen werden. Der Kirchenchor Grafenwiesen unter Roland Häring sang abschließend das Danklied und speziell für den Jubilar „Ein Priesterherz ist Jesu Herz“.

Bürgermeister Josef Dachs stellte in seiner Festansprache heraus, dass Pfarrer Peter als Priester viel erlebt habe, in Indien in Kerala, in der Mission im Norden Indiens, in Rom und seit 2012 in Grafenwiesen. Er zitierte die erste Begegnung zwischen ihm und Pfarrer Peter, der sich gedacht haben muss, wo er da gelandet sei. Er verstand kein Wort, obwohl er Deutsch gelernt hatte. Doch durch die Nähe zu den Menschen hat er sich schnell in unsere Lebensweise eingelebt.  Das Jahr des Priesterjubiläums ist gekennzeichnet durch den Papstbesuch, den Gleitschirmflug über den Osser, die Teilnahme am Pfingstritt, den zahlreichen Begegnungen mit der Gemeinde. Der Bürgermeister sagte Vergelt‘s Gott dem Stadtpfarrer von Kötzting Dekan Mader für die Abhaltung des Gottesdienstes, dem Stadtpfarrer von Furth i.W. und ehemaligen Pfarrer der Rimbacher Seelsorgeeinheit Karl-Heinz Seidl, der vor kurzem ebenfalls sein Silbernes Priesterjubiläum feierte, Pfarrer Monsignore Dr. Johann Tauer und allen mitwirkenden Priestern und allen, die dazu beigetragen haben, Pfarrer Peter ein unvergessliches Jubiläum zu bereiten. Im Namen der Gemeinde, der Dorfgemeinschaft und der Vereine überreichte er eine Spende für das Hilfsprojekt in Indien. Es folgte dann der Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde.

Im Namen der kirchlichen Gremien und Vereine, des Frauenbundes sowie der MMC gratulierte PGR-Sprecher Joachim Bauer. Er schilderte das Priesteramt von Pfarrer Peter als Berufung. Er betonte, dass es dem Jubilar wichtig sei, den Menschen in Augenhöhe zu begegnen. Er sei im Sinne von Apostel Paulus ein Grafenwiesener. Das kirchliche Leben habe durch ihn in vielen Bereichen neue Anstöße bekommen wie Gebetsmarathon, Karfreitagskreuzweg in Prozessionsform, Männergottesdienst, Lichterprozession, Frauentreff und ähnliche. Abschließend meinte der Sprecher: „Ihr Wirken in Grafenwiesen ist für uns Gewinn und Segen“. Er überreichte eine Spende für das Jubiläumsprojekt von Pfarrer Peter. PGR-Sprecherin Gerlinde Rackl aus Rimbach schloss sich ihrem Vorredner an und übergab ebenfalls eine Spende.

Pfarrer Peter dankte zum Schluss des eindrucksvollen Gottesdienstes in gebührender Weise mit einem herzlichen Vergelt‘s Gott und schloss alle ins Gebet ein. Sein Dank richtete sich an alle, die für ihn gebetet haben und den Dankgottesdienst mitgestalteten- und feierten. Im Gemeinschaftshaus im Kurpark fand die Feier ihren Abschluss. (hwp)

Unterwegs zum Kirchenzug
In indischer Landestracht
Imposanter Priesterzug
Pfarrer Peter
Spalier Kindergarten
Gottesdienst
Ansprache BGM
Eintrag Goldenes Buch
Ansprache PGR
Spende PGR Rimbach
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